Diese Aktion ruht zur Zeit. Es  gibt eine Auseinandersetzung im Vorstand des Eulenvereins, dem ich zwar angehöre, aber 12-14 andere Personen auch...

Liebe Uhu-Freunde,

ich möchte aus gegebenem Anlass ein neues Betreuungssystem für die etwa 600 - 800 Uhus in Schleswig-Holstein aufbauen. Ich selbst bin von der Mitgliederversammlung zum Leiter des Artenhilfsprogramms Uhu der Landesregierung SH gewählt worden. Für 3 Jahre. Diese Aufgabe werde ich gewissenhaft durchführen.

Artenhilfsprogramme funktionieren besonders gut, wenn wir landesweit kompetente Ansprechpartner oder Betreuer anbieten können. Diese Ansprechpartner werden eine Gemeinschaft bilden, die sich untereinander über aktuelle Vorkommnisse informieren und sich so und auch anders weiterbilden. Fortbildungen können angeboten werden. Denn nur wer genug von der Tierart weiß, die er schützen möchte, ist auch in der Lage, die richtigen Entscheidungen zu treffen.

Die Idee

Ich kann nicht überall sein, ich kann nicht überall nach Uhus suchen. Ich kann nicht alle Funde betreuen im Land betreuen.

Mir werden oft Uhu-Vorkommen gemeldet. Wenn ich herausgefunden habe, wo der Uhu sein soll, wenn ich mit seine Beschreibung angehört habe, wenn ich ein Bild anfordern konnte, so stellt es sich sehr häufig heraus, dass es sich um andere Eulen handelt. In diesem Jahr war ein Steinkauz dabei, mehrere Waldohreulen, ein junger Waldkauz, auf dem Waldboden fotografiert. Der sah auf dem Bild einem Junguhu zumindest ähnlich. Es gibt also unabsichtlich sehr viele Falschmeldungen, die ich aber nicht alle nachprüfen kann.

Deshalb suche ich zunächst nach Postleitzahlen geordnet im ganzen Land Ansprechpartner für Menschen, die einen Uhu gesehen haben wollen. Diese Ansprechpartner sollen dann

  • mehr Informationen vor Ort sammeln,
  • eine möglichst genaue Lokalisation durchführen,
  • soweit möglich, die Sachlage klären,
  • mich über Email informieren, wenn sie selbst sich nicht helfen können.

Dazu müssen die Ansprechpartner vor Ort zunächst keine Sachkenntnis über Eulen bzw. Uhus haben. Es reicht ein freundlicher Umgang mit den Menschen, die uns "Uhus" melden. Nach und nach werde ich durch Monatsbriefe eine einfache Fortbildung anbieten. Außerdem werden wir Erkenntnisse von allen Betreuern verbreiten, später sicher auch lokale Treffen zum Gedankenaustausch organisieren.

Bei mir haben sich schon einige Eulenexperten gemeldet, von deren Wissen wir auch profitiern werden.

Es ist durchaus erstrebenswert, wenn sich vor Ort Ansprechpartner zusammen tun. Vieles ist zu zweit oder zu dritt einfacher. Zunächst müssen wir jedoch das ganze Land möglichst mit Ansprechpartnern abdecken. Davon sind wir bisher noch weit entfernt.

Für alle Ansprechpartner und Betreuer von Uhus in meiner Liste sollen dabei folgende Grundsätze selbstverständlich sein:

 Regeln, an die wir uns halten wollen

(Diese Regeln sind an ornitho.de angelehnt und sind als ein Vorentwurf auch noch teilweise veränderbar.)

Für alle Menschen sollte ein rücksichtsvolles Verhalten in der Natur selbstverständlich sein. Dieses gilt für alle Bereiche, in denen wir Wildtiere beobachten. Um das Interesse und die Akzeptanz für die Vogelbeobachtung in der Bevölkerung zu erhöhen, gehört ein verständnisvolles und positives Auftreten gegenüber interessierten Mitmenschen zum guten Ton.

  • Bei der Beobachtung und beim Studium der Eulen hat deren Schutz und der Schutz ihrer Lebensräume stets oberste Priorität.
  • Wir minimieren Störungen von Eulen und Beeinträchtigungen ihrer Lebensräume, indem wir eine genügend große Beobachtungsdistanz einhalten, damit wir die Vögel nicht unnötig verschrecken. Insbesondere an Nist-, Rast-, Balz- und Nahrungsplätzen ist besondere Rücksicht geboten.
  • Wir schützen unsere Beobachtungen. 
  • Wir gehen nicht mit Gruppen zu den Nistplätzen von Uhus. Wir entnehmen keine Jungvögel dem Nest, um sie Kindergartenkindern oder anderen Personen in die Hand zu setzen. Wir respektieren unsere Uhus als Individuen und versetzen sie nicht in Todesangst. Uhus sind keine Kuscheltiere. 
  • Informieren Sie ggf. ein oder zwei Vertrauensleute, die die Brut diskret mitverfolgen können. (Der Eulentourismus an Nistplätzen von Uhus hat zugenommen. Meist aus egoistischen Gründen. Keiner dieser "Betreuer" kann gewährleisten, dass später die Familienmitglieder der Kindergartenkinder selbst private Erkundungen durchführen. Nicht umsonst sind Uhu-Beobachtungen bei ornitho.de strenger geschützt als Seeadlerbeobachtungen).
  • Ich erlebe zunehmend, dass mir genaue Brutorte von Land- und Eigenjagdbesitzern nicht mehr genannt werden, weil sich einige Uhubetreuer in der Vergangenheit falsch verhalten haben. In der Presse und auch unserer Vereinszeitung gibt es zahllose Beispiele, die möglicherweise aus Unwissenheit noch positiv dargestellt werden.
  • Wir halten uns in jedem Fall an das Bundesnaturschutzgesetz, die jeweiligen Naturschutzgesetze der Länder und Schutzverordnungen, insbesondere in Schutzgebieten. Das gilt auch für die europäischen Artenschutzrichtlinien.
  • Wir respektieren die Rechte der Land- und Eigenjagdbesitzer, indem wir auf Straßen, Wegen und Pfaden bleiben und indem wir nicht mit Fahrzeugen Wege versperren. Wir sprechen uns mit den entsprechenden Personen ab.

 

Ich werde mich zeitnah an Eulenfreunde, Landwirte, Förster, Jäger, Naturfreunde, Waldjugend, Naturführerinnen, Landfrauen, ... wenden. Ich denke, so bekommen wir ein dichtes Betreuungsnetz über SH hin. Da viele etwas sehen, werden wir gemeinsam über Schwarmintelligenz klüger werden.